Wir machen Wirkstoff-Gewinnung noch wirksamer

Wirkstoffe sind kostbar.
Mit den instrAction Phasen lassen sich die Ausbeuten während der Aufreinigung von niedermolekularen Wirkstoffen und Proteinen für Biotherapeutika deutlich steigern – unabhängig von der Löslichkeit und Größe des Zielmoleküls. So wird zum Beispiel pro Plasmaäquivalent bis zu 30% mehr Immunoglobulin G gewonnen als mit herkömmlichen Verfahren.
Für spezielle Trennprobleme von Wirkstoff und Verunreinigungen können gemäß Anforderung des Kunden eigene, multimodale Trennphasen entwickelt werden.

Die Isolierung von IgG aus humanem Plasma stellt einen der größten chromatographischen Prozesse in der Gewinnung von Arzneimittelwirkstoff aus biologischen Quellen dar. Während etablierte Prozesse Ausbeuten von 3.5 bis 4.0 g IgG pro Liter Blutplasma erzielen, ist es mit dem instrAction Prozess möglich, die IgG Ausbeuten auf bis zu 5.2 g IgG pro Liter Blutplasma zu erhöhen. Der Prozess basiert auf den neuentwickelten, multimodalen Chromatographiephasen iChrom® BP1 und iChrom® BP2. Die Kombination beider Phasen erlaubt in einem ersten Schritt die Anreicherung von IgG aller Subtypen bei gleichzeitiger Abreicherung von Serumalbumin (HSA) und Transferrin auf der iChrom® BP1 Phase. Im zweiten Schritt reichert die iChrom® BP2 Phase die Immunglobuline IgA und IgM unter die von der plasmaverarbeitenden Industrie (PPTA) erwarteten Grenzen für intravenöses IgG (IVIG) ab. Die physiologische Subklassenverteilung der Immunglobuline IgG1, IgG2, IgG3 und IgG4 bleibt während des Reinigungsprozesses unverändert. Der Gehalt an produktbezogenen IgG-Verunreinigungen wie Fragmente, Dimere oder Aggregate, ist vergleichbar oder kleiner als in IVIG Marktprodukten. Die Chromatographiephasen iChrom® BP1 und iChrom® BP2 wurden auf Polystyrol-basierenden Trägermaterialien mit leicht erhältlichen, kleinen chemischen Molekülen als Liganden entwickelt. Die damit einhergehende, hohe chemische Stabilität (pH 2-14) und Sanitisierbarkeit der Phasen erlauben die Anwendung gängiger Reinigungsprotokolle (CIP mit 1M NaOH) für die gepackte Chromatographiematrix.

Klassische Reinigungsprozesse für niedrigmolekulare, chemisch synthetisierte Wirkstoffe umfassen oft Sequenzen von Umkristallisationen, um die gewünschte Reinheit zu erzielen. Durch den Einsatz spezifischer, auf die Bindung des Zielmoleküls oder der Verunreinigung optimierter Chromatographiephasen kann der Reinigungsprozess oft signifikant vereinfacht und verkürzt werden: im Prozess der Isolierung des Wirkstoffes Montelukast (einem Asthmamittel) konnte eine klassische Herstellungssequenz aus drei Umkristallisationsschritten, sechs Flüssig/Flüssig-Extraktionen und einem Lösungsmittelaustauschschritt, bei gleichzeitiger Erhaltung der Reinheit und Ausbeute, durch einen einzigen Chromatographieschritt auf einer spezifischen instrAction Chromatographiephase ersetzt werden.

Weitere Anwendungsbeispiele